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Motocampen am Nationalpark Sumava

Drei Tage, ein Motorrad, ein Zelt und die Lust auf kleine Straßen.

Manchmal braucht es nicht viel, um den Kopf frei zu bekommen. Drei Tage Zeit, das Motorrad vollgepackt und ein Ziel, das vor allem eines verspricht: wenig Verkehr, viel Landschaft und jede Menge Kurven. Es geht nach Südböhmen in Tschechien.

Diesmal ist auch neues Equipment dabei. Meine neue Softgepäcklösung von Odinsberg muss zeigen, was sie kann. Zwei 7-Liter-Taschen, zwei 15-Liter-Taschen und ein 30-Liter-Heckpack ergeben genügend Stauraum für Zelt, Kleidung und alles, was man für drei Tage unterwegs braucht.

Die Anreise führt zunächst durch die wunderschöne Altmühlregion und weiter durch die Oberpfalz. Statt Bundesstraßen stehen kleine Nebenstraßen auf dem Programm – genau die Strecken, auf denen Motorradfahren am meisten Spaß macht. Nach rund 300 Kilometern erreiche ich den kleinen Grenzübergang bei Eschlkam und rolle hinüber nach Tschechien.

Die erste Nacht verbringe ich im Kemp Annin Tree Park. Ein kleiner, ruhiger Campingplatz mitten im Grünen – genau richtig, um nach einem langen Fahrtag das Zelt aufzuschlagen und den Abend entspannt ausklingen zu lassen.

Der zweite Tag führt mich tiefer nach Südböhmen. Ziel ist zunächst der Lipno-Stausee. Mit einer Länge von rund 42 Kilometern ist er der größte Stausee Tschechiens und wird nicht ohne Grund auch das „Südböhmische Meer“ genannt. Ursprünglich wurde der Stausee in den 1950er-Jahren zur Stromerzeugung und zum Hochwasserschutz angelegt. Heute prägt er die gesamte Region und ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber, Wassersportler und Motorradfahrer.

Ich folge der ruhigen Westseite des Lipno-Stausees, teilweise über unbefestigte Wege. Hier zeigt sich Südböhmen von seiner ursprünglichen Seite: dichte Wälder, kleine Dörfer und immer wieder beeindruckende Ausblicke auf das Wasser. Genau solche Abschnitte machen den Reiz einer Reise aus – einfach mal abbiegen und schauen, wohin der Weg führt.

Am Nachmittag geht es weiter Richtung Krumau. Etwa drei Kilometer vor der Stadt liegt der Kemp Fox, mein Lager für die zweite Nacht. Das Motorrad bleibt stehen und am Abend geht es zu Fuß weiter.

Český Krumlov zählt zu den schönsten Städten Tschechiens. Die verwinkelten Gassen, die historischen Häuser und das Schloss über der Moldau schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Wenn langsam die Abendsonne auf die Altstadt fällt und die Tagestour in einen gemütlichen Stadtbummel übergeht, merkt man wieder, warum Motorradreisen so besonders sind.

Am dritten Tag heißt es bereits Abschied nehmen. Über den Grenzübergang Philippsreut geht es zurück nach Bayern. Dieser Ort ist für mich mehr als nur ein Grenzübergang, denn hier habe ich einen Teil meiner Kindheit verbracht.

Die Strecke führt nun mitten durch eine der beeindruckendsten Naturlandschaften Mitteleuropas. Auf tschechischer Seite liegt der Nationalpark Šumava, auf deutscher Seite der Nationalpark Bayerischer Wald. Gemeinsam bilden sie das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Europas. Hier darf die Natur weitgehend sich selbst überlassen bleiben. Aus abgestorbenen Bäumen entsteht neues Leben, Moore entwickeln sich frei und in den ausgedehnten Wäldern finden seltene Tierarten wie Luchs, Fischotter oder Auerhuhn einen geschützten Lebensraum.

Von dort führt die Route entlang der Glasstraße nach Zwiesel und weiter über Bayerisch Eisenstein hinauf zum Arber. Der Bayerische Wald wird nicht ohne Grund als „grünes Dach Europas“ bezeichnet. Dichte Wälder, sanfte Bergkuppen und einsame Straßen machen diese Region zu einem Paradies für Motorradfahrer. Noch einmal warten wunderschöne Kurven und beeindruckende Landschaften, bevor die Strecke schließlich durchs herrliche Regental in Richtung Regensburg führt.

Nach rund 900 Kilometern in drei Tagen endet die Tour wieder zuhause. Drei Tage, zwei Nächte im Zelt, unzählige Kurven, kleine Nebenstraßen und viele besondere Momente – zwischen dem Südböhmischen Meer, den endlosen Wäldern des Böhmerwaldes und den Straßen meiner Heimat. Genau das ist es, was Motorradfahren für mich ausmacht.

Hier die Tour als GPX-Tag1

Hier die Tour als GPX-Tag2

Hier die Tour als GPX-Tag3

 

 

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