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Albtäler-Radweg - 16.09. - 18.09.2026

Albtäler-Radweg - 16.09. - 18.09.2026

Heute geht es auf den Albtäler Radweg – und der Name ist tatsächlich Programm. Acht Täler, beeindruckende Felsformationen, Spuren längst vergangener Meere und jede Menge Höhenmeter warten auf uns.

Mit dabei ist wieder Bruno, der mich schon letztes Jahr auf dem 5-Flüsse-Radweg begleitet hat.
Der Rundweg führt durch den UNESCO-Geopark Schwäbische Alb, ist auf der offiziellen Route 186 Kilometer lang und verbindet Naturerlebnisse mit geologischen Besonderheiten und schwäbischer Geschichte. Wir haben uns allerdings nicht die komplette Runde auf einmal vorgenommen, sondern wollen die Strecke in drei Tagen erkunden. Rund 220 Kilometer und etwa 2.200 Höhenmeter stehen auf unserem persönlichen Tourenplan.

Und eines kann ich schon vorwegnehmen: Wer glaubt, eine Radtour durch die Täler der Schwäbischen Alb wäre automatisch eine gemütliche Angelegenheit, der wird noch die eine oder andere Überraschung erleben.

Bevor es richtig losgeht, ein paar Worte zu unserer Planung.
Unser Auto haben wir strategisch günstig am Friedhof in Hermaringen abgestellt. Von hier aus starten wir unsere dreitägige Tour. Das ist für uns der strategisch günstigste Startpunkt in die Runde, die ja offiziell in Amstetten beginnt.
Wie schon bei meiner Jagst-/Kocher-Radtour wollte ich auch diese Mal nicht jeden Abend die Unterkunft wechseln. Deshalb haben wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit gesucht, in der wir gleich zwei Nächte bleiben können. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Am zweiten, längeren Fahrtag können wir mit deutlich weniger Gepäck unterwegs sein. Und wer schon einmal mit Fahrradtaschen einen längeren Anstieg hinaufgefahren ist, weiß, dass jedes Kilo irgendwann eine eigene Persönlichkeit entwickelt.
Fündig geworden sind wir in Stubersheim im Hotel Bahnhöfle. Moderne, schöne Zimmer und – was bei einer solchen Tour natürlich ebenfalls nicht unwichtig ist – eine sehr gute Küche.


Damit ist die Basis geschaffen. Jetzt fehlen eigentlich nur noch drei Dinge: gutes Wetter, ein voller Akku im Bike und ausreichend Kraft in den Beinen.

 

Tag 1: Hermaringen - Stubersheim / 65 km / 780 hm

Unsere erste Etappe führt von Hermaringen nach Stubersheim. 65 Kilometer liegen vor uns, dazu kommen rund 780 Höhenmeter.

Zunächst geht es von Hermaringen über Giengen ins Brenztal. Auf den ersten Kilometern ist die Landschaft noch von Wohngebieten und Industrie geprägt. Doch je weiter wir uns von den bebauten Bereichen entfernen, desto stärker verändert sich das Bild. Die Brenz begleitet uns, und nach und nach wird es ruhiger und grüner. Der Alltag bleibt hinter uns zurück, während die Landschaft immer mehr zeigt, was sie zu bieten hat. Unser nächstes Ziel ist das Eselsburger Tal. Und dort wartet bereits das erste große Highlight dieser Tour.
Das Eselsburger Tal gehört zu den Abschnitten, bei denen man am liebsten etwas langsamer unterwegs ist. Die Brenz schlängelt sich durch ein markantes Flusstal und rundherum wechseln sich Wacholderheiden, artenreiche Wiesen und beeindruckende Felsen ab. Und dann tauchen sie auf: die berühmten Steinernen Jungfrauen. Diese markanten Felsnadeln ragen über dem Tal auf und wirken mit jedem Meter, den man näherkommt, eindrucksvoller. Um die Felsformationen ranken sich zahlreiche Geschichten und Sagen. Hier lohnt es sich wirklich, einmal den Blick vom Fahrradweg wegzunehmen. Nicht nur nach vorne auf die Strecke, sondern auch nach oben zu den Felsen und hinaus in die Landschaft. Das Eselsburger Tal zeigt sich auf diesem Abschnitt noch von seiner besonders freundlichen Seite. Die Strecke ist landschaftlich ein Genuss, und man könnte fast meinen, die Tour würde heute ganz entspannt weitergehen.
Aber die Schwäbische Alb hat natürlich noch ein paar Höhenmeter und windige Überraschungen in der Hinterhand. Bis hierher war die Tour vor allem eines: landschaftlich wunderschön und angenehm zu fahren. Doch jetzt ändert sich das.

Wir verlassen das Tal und nehmen den Albaufstieg in Angriff. Und der hat es durchaus in sich. Einige Anstiege sind nicht zu unterschätzen, und die 780 Höhenmeter unserer heutigen Etappe wollen schließlich irgendwo gesammelt werden. Hier heißt es also: kräftig in die Pedale treten. Mit Unterstützung des E-Bikes arbeiten uns nach oben. Und die Aussicht, die uns dort erwartet, ist die Anstrengung allemal wert. Geologisch interessant: Was heute nach Schwäbischer Alb aussieht, war vor Millionen von Jahren einmal eine Meeresküste.

Das Heldenfinger Kliff ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Hier kann man sich mit ein wenig Fantasie vorstellen, wie die Landschaft damals ausgesehen haben könnte – mit einem Meer, das an diese Küste brandete, lange bevor hier jemand mit einem Fahrrad unterwegs war. Wir schenken uns die Informationsstelle zum Kliff, wir wollen und müssen Strecke machen, das Wetter schlägt um und kündigt sich mit Sturmböhen und starkem Gegenwind an. Laut Wetter-App soll es ab 14 Uhr stark regnen.

Nachdem wir den Albaufstieg bewältigt haben, geht es weiter in Richtung Gerstetten. Auch hier dreht sich vieles um die Vergangenheit der Schwäbischen Alb. Gerstetten liegt auf dem Riff eines tropischen Meeres, das vor Millionen von Jahren diese Region geprägt hat. Heute ist von diesem tropischen Meer natürlich nichts mehr zu sehen. Dafür gibt es im Riffmuseum eine ganze Reihe von Zeugnissen aus dieser Zeit: versteinerte Korallen, Mineralien und andere geologische Schätze. Das ist schon beeindruckend, wenn man sich vor Augen führt, dass man gerade durch eine Landschaft fährt, deren Geschichte nicht nur Jahrhunderte, sondern Millionen von Jahre zurückreicht. Die Schwäbische Alb ist eben nicht einfach nur eine schöne Gegend zum Radfahren. Unter unseren Reifen liegt ein Stück Erdgeschichte – und an vielen Stellen kann man diese Geschichte sogar direkt entdecken.
Nach Gerstetten geht es weiter über die europäische Wasserscheide. Das klingt zunächst vielleicht etwas trocken – ist aber ein interessanter Punkt auf unserer Strecke. Hier entscheidet sich, in welche Richtung das Wasser letztlich abfließt. Wir überqueren also eine natürliche Grenze und fahren anschließend hinunter ins Roggental. Nach den offenen Landschaften und dem Albaufstieg verändert sich die Umgebung erneut. Viel Wald, kleine Ortschaften und ruhige Wege begleiten uns. Genau diese Abwechslung macht die Tour so interessant: Ein paar Kilometer zuvor waren wir noch im Brenztal unterwegs, haben urzeitliche Felsen bestaunt und uns den Albaufstieg hinaufgearbeitet. Jetzt geht es wieder hinunter in ein neues Tal. Das Roggental ist ein besonders schöner Abschnitt unserer heutigen Etappe.

Im weiteren Verlauf erreichen wir das Naturschutzgebiet Eybtal. Hier steht nicht mehr nur die Geologie im Mittelpunkt, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt. In solchen geschützten Landschaften leben zahlreiche seltene Arten, von denen einige sogar auf der Roten Liste stehen. Wir nähern uns langsam dem Ende unserer ersten Etappe. Doch bevor wir unser Tagesziel erreichen, wartet in Eybach noch einmal ein Anstieg auf uns. Über die Waldhauser Steige geht es wieder hinauf auf die Alb – und damit auch in Richtung Stubersheim. Nach den bisherigen Kilometern spürt man die Höhenmeter natürlich schon ein wenig in den Beinen. Aber genau das ist ja auch der Reiz solcher Touren: Man wird gefordert, bekommt dafür aber immer wieder neue Landschaften und Ausblicke geboten.

Wer noch genügend Zeit und Kraft hat, kann vor dem Albaufstieg einen kleinen Abstecher zur Ruine Helfenstein einplanen. Von dort aus soll sich ein schöner Blick auf die Stadt Gesilingen und die umliegenden Täler bieten. Ein lohnendes Ziel, wenn man den Tag noch ein wenig verlängern möchte. Wir konzentrieren uns heute allerdings wetterbedingt auf unser Etappenziel.

Geschafft! Wir sind in Stubersheim angekommen. Die erste Etappe unseres Albtäler Radwegs liegt hinter uns: 65 Kilometer und rund 780 Höhenmeter.

Und was für ein abwechslungsreicher Tag! Wir sind durch das Brenztal und das Eselsburger Tal gefahren, haben die Steinernen Jungfrauen gesehen, mit Sturmböhen und dem nahenden Tiefdruckgebiet gekämpft und sind über Gerstetten und die Wasserscheide ins Roggental gelangt. Dazu kamen schöne Waldabschnitte, Natur und natürlich die eine oder andere Steigung, die uns daran erinnert hat, dass die Schwäbische Alb nicht ganz ohne ist.

Jetzt freuen wir uns auf unser Quartier im Hotel Bahnhöfle. Ein gutes Essen und ein gemütlicher Abend sind nach so einer Tour schließlich genauso wichtig wie die richtige Routenplanung. Und das Beste: Wir bleiben zwei Nächte hier. Morgen können wir also ohne das komplette Gepäck aufbrechen und uns ganz auf die nächste Etappe konzentrieren.

Wenn euch die Tour bis hierher gefallen hat, dann bleibt gerne dabei. Denn die Schwäbische Alb hat noch einiges zu bieten – und wir haben noch viele Kilometer vor uns.

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