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Bardenas Reales

Bardenas Reales

12.06.2025
Tag 7: In den Staub

Ich verlasse Saragossa am Vormittag – nicht überstürzt, aber bereit. Die Stadt hat mir gutgetan: Stein, Schatten, Stimmen. Jetzt wird es stiller, weiter, leerer.
Ich fahre zuerst durch das Ebrotal und dann durch eine weite landwirtschaftlich geprägte Ebene. Es wird hauptsächlich Getreide und Reis angebaut. Auf gefühlt jedem zehnten Strommast ziehen Störche ihre Jungen auf.
Bald ändert sich die Landschaft. Die Vegetation wird spärlicher, der Boden heller, die Konturen schärfer. Plötzlich wirkt alles wie Filmkulisse – und doch ganz real. Ich bin in der Nähe der Bardenas Reales, einem Naturpark, der eher an Arizona erinnert als an Spanien. Halb Steppe, halb Mondlandschaft. Ein Ort, der keine Eile kennt.

00 Route in der Bardenas RealesAm Rand des Parks finde ich einen kleinen Campingplatz – nicht spektakulär, aber ruhig, mit genug Platz für mein Zelt. Ich baue in Ruhe mein Lager auf, relaxe bei Radler und Brot und studiere den Plan der Bardenas Reales. Heute abend fahr ich da mal rein und versuche, die schönsten Hotspots zu finden. Motorradfahren ohne Gepäck, nur ich und die Maschine.
Die Bardenas empfangen mich mit Wind, Staub und endlosen Pisten. Offenes Land, krude Felsen, seltsame Skulpturen aus Sand und Stein, vom Wind geschliffen. Die Straßen sind teils fest, teils brüchig – wie gemacht für die Africa Twin. Ich lasse sie laufen. Kein Ziel, nur die Richtung.

In der Ferne steht ein einzelner Hügel wie ein Denkmal. Die Farben wechseln von Beige zu Rot zu Gold. Manchmal halte ich an, nehme den Helm ab und höre: nichts. Kein Vogel, kein Auto, kein Mensch. Nur Wind.

Dann verlasse ich die Bardenas Reales und nehme noch einen kleinen Cafe solo und ein Radler mit 2 Tapas in einer kleinen Bar auf dem Rückweg. Als die Sonne sich senkt, kehre ich zurück zum Zelt. Staubig, müde, hellwach. Ich werde mir etwas Kleines kochen und dem Abend beim Verblassen zuschauen.

Heute habe ich nichts gesucht. Und alles gefunden.

⤍ Tag 7
📍 Start: Saragossa
📍 Ziel: Campingplatz nahe Bardenas Reales
🛣️ Route: ruhige Landstraßen, spärlich befahren
🏍️ Tagesthema: Gepäckfrei durchs Biosphärenreservat
🌄 Landschaft: karg, surreal, unvergesslich
🎪 Übernachtung: Zelt
📸 Fotospots: Castildetierra-Felsen, einsame Pisten, goldene Weite
🧭 Gefühl: Ausgesetzt – im besten Wortsinne

 

 

Bardenas Reales: Eindrucksvolle Wüstenkulisse Spaniens

Die Bardenas Reales sind eine einzigartige, nahezu mondähnliche Halbwüstenlandschaft im Südosten von Navarra, nahe der Kleinstadt Tudela. Das rund 42.000 Hektar große Gebiet ist seit 2000 als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen und beeindruckt mit bizarren Felsformationen, tief eingeschnittenen Barrancos (Schluchten) und weiten, staubigen Ebenen.

Besonders bekannt ist die markante Felsnadel Castildetierra, das Wahrzeichen der Region. Wind und Wasser haben hier über Jahrtausende eine spektakuläre Erosionslandschaft aus Ton, Sandstein und Gips geformt – eine Szenerie, die schon als Kulisse für Filme und Serien diente.

Lohnt sich ein Besuch der Bardenas Reales in Spanien?

Die filmreife Kulisse der Halbwüste Bardenas Reales ist geprägt von bizarren Felsen, tiefen Schluchten und weiten Ebenen. Die ockerfarbenen Felsformationen bestehen größtenteils aus Lehm, Überresten eines urzeitlichen Meeres, sowie aus Sandstein- und Kalksteinschichten. Der Abfluss von Wasser aus den Pyrenäen hat diese Sedimentschichten erodiert und die charakteristischen Landschaftsformen geschaffen.
Für Besucher eignen sich die Bardenas ideal für Tagesausflüge: Es gibt ausgewiesene Pisten für KFZ und Fahrrad sowie zahlreiche Wanderwege. Im Sommer kann es sehr heiß werden, daher sind ausreichend Wasser, Sonnenschutz und frühe Startzeiten empfehlenswert. Nach Regenfällen können die Wege schlammig und teils gesperrt sein.

Wer eine außergewöhnliche, stille Landschaft abseits der typischen Spanien-Klischees sucht, findet in den Bardenas Reales ein faszinierendes Naturerlebnis zwischen Weite, Wind und Wüstengefühl.

DownloadbuttonDer Eintritt in das Gebiet ist kostenfrei! Der Park öffnet regulär jeden Tag um 8 Uhr und schließt eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Die beste Reisezeit, um das Biosphären-Reservat zu besuchen, sind die Monate von September bis Mai.

 

Insta360-Shot:

 

Vorschau Tag 8 – Dem Fluss entgegen

Morgen lasse ich die Bardenas Reales hinter mir – staubig, still, beeindruckend. Ich fahre weiter, aber nicht geradeaus. Ich lasse mich treiben, entlang des Ebro, Spaniens großem Fluss. Mal nähert sich die Straße dem Wasser, mal verliert sie sich wieder in der Weite. Doch die Richtung ist klar:
Nordwest, dorthin, wo das Land grüner wird und irgendwann das Meer beginnt.

Es gibt keinen festen Plan, nur eine Idee: sich vom Fluss führen lassen. Rioja liegt irgendwo links, das Baskenland rechts, und dazwischen: Landschaft, Dörfer, kleine Wege, Kurven und Cafés, die man nicht sucht – sondern findet.

Das Ziel liegt grob in der Nähe von Bilbao, aber das Wichtigste liegt dazwischen. Vielleicht eine Übernachtung in den Hügeln von Álava, vielleicht in einem kleinen Ort mit alten Balkonen und jungem Wein.

Ein Übergangstag – vom heißen, steinernen Spanien ins rauere, grünere. Von der Wüste zum Atlantik.

 

 

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