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Abenteuer am Schlangenfluss

Heute wieder mal auf dem "Schlangenfluß", der Wörnitz (Wenz) unterwegs. Was es mit dem sagenumwobenden "Hüllenloch" auf sich hat, erfahrt ihr hier und im Video. Ein Mini-Abenteuer in den Ferien mit meinem Enkel Joni.

Auf 132 Flusskilometern schlängelt sich die Wörnitz durch die Landschaft.Der Fluss verbindet Franken und Schwaben. Von ihrer Quelle in Schillingsfürst auf der Frankenhöhe fließt sie erst durch Mittelfranken, dann durch das Donau-Ries. Gemächlich windet sie sich durch historische Städtchen und entlang grüner Wiesen mit jeder Menge Störche und anderen am Wasser beheimateten Vögeln. Sie ist der langsamste Zufluss zur Donau und wird oft als kurvenreichster, fischreichster und einer der schönsten Wasserläufe Bayerns beschrieben.

Es gibt hier zahlreiche Fischarten wie z.B. Hecht, Karpfen, Zander und Wels. Ab Donauwörth fließt ihr Wasser mit Europas zweitlängstem Fluss durch zehn Länder Richtung Schwarzes Meer. Man kann also sein Kanu in Harburg ins Wasser setzen und dann bis ans Schwarze Meer fahren. An der Wörnitz gibt es zahlreiche historische Wehre, die ursprünglich für Mühlen und Triebwerke gebaut wurden. Sie prägen den Flusslauf, erschweren jedoch das Befahren mit Kanus, da sie oft umtragen werden müssen. Deshalb empfehle ich Fluss-Wanderern, auf jedem Fall einen Bootswagen mitzuführen - das erleichtert das Umsetzen an den Wehren ungemein.

In der Rieser Mundart wird die Wörnitz „Wenz“ genannt. Seinen Namen hat der Fluss übrigens von den Kelten. Sie nannten die Wörnitz „Warantia“, „die sich Krümmende“. Weil sie sich bis heute - weitgehend naturbelassen - in vielen Schleifen und Bögen windet, wird sie auch heute noch „Schlangenfluss“ genannt. Mit mehreren Flussschwimmbädern, Bootsanlegestellen und dem Wörnitz-Radweg, der vielerorts dicht am Ufer entlang verläuft, ist die Wörnitz auch Magnet für Ausflügler*innen und Tourist*innen.

Die Sage vom Hüllenloch

Wo die Wörnitz bei Harburg durch die Juraberge bricht, ist in der östlichen Steilwand, auf der das Fischholz steht, eine Felsenhöhle eingerissen, das Hüllenloch geheißen.

In dieses Felsenloch flüchtete einstmals ein Schäfer mit seiner Herde, als Kriegsgeschrei das Land durchscholl und als die Schnapphähne auf der Bergheide nicht lange nach Mein und Dein zu fragen pflegten. Nun ist ein harter Stein ein mageres Feld für Graswuchs und für Weidegang. Und wenn der Schäfer auch so manchen Zwerchsack Futter bei Nacht und Nebel von den Wörnitzwiesen zu seiner Herde in den Felsenstall hineinschleppte: die Tiere fielen immer mehr vom Fleisch. Und ihre Wolle hätte der Scherer auch nicht loben können.

Da sprach der Schäfer zu sich selbst: „Käm einer jetzt mit wohlbespickter Katze, nähm mir die Herde ab unbesehen, so wie der Teufel auch die Landsknecht`nimmt und böt`er mir einen Preis, dass auch in meinen Sack ein tüchtiger Batzen fiel: ich schlüg`s ihm zu! Dass drinnen in der Stadt mein Schafherr den Handel nicht grad auf Heller und Pfennig nachrechnen könnte: das brächte ich schon zuwege!“

Der Schäfer hatte noch nicht bis zum letzten überschlagen, wie er bei einem Handel am besten sein Schäfchen ins Trockene bringen könnte: da stand vor ihm ein Mann! Von seinem spitzen Jägerhut stach eine Gockelfeder in die Luft. Auch ging sein Zungenwerk gerade wie geschmiert. Einen solchen glatten Viehhandel hatte der Schäfer seiner Lebtag noch nicht gehabt. Was er verlangte auf den ersten Hieb, das sagte im der Käufer zu.

Alsbald tat der Fremde einen schrillen Pfiff. Im Nu keuchte ein schwarzes Roß zum Felsenloch herein. Das trug eine Kiste Gold so schwer, so dass die Last das Pferd schier gar zu Boden drückte. Der Schäfer spannte seine Arme aus, als wollte er damit die ganze Welt umfangen, und lupfte die Goldkiste auf den Höhlenboden. Der Fremde schwang sich auf das ledige Pferd und ritt nun los. Die ganze Herde folgte ihm, nicht anders, als ob das schwarze Pferd von jeher Leithammel in der Herde gewesen wäre. Aber auch die Goldkiste kriegte Füße und wollte zum Felsenloch hinausrutschen.

„Ist`s so gemeint?“ rief da der Schäfer. Hurtig plumpste er auf die Goldkiste, kettete auch gleich seinen großen Zottelhund daran, so dass der Schatz ihm wohl verbleiben musste.

Heut` noch und für alle Zeiten sitzt der Schäfer gebannt auf der Goldkiste im Hüllenloch mit seinem Hund daneben. Denn er war ein ungetreuer Knecht und keiner von jenen Hirten, die ihr Leben lassen für ihre Herde.

(aus Harburger Hefte 2)

 

Wer jetzt auf den "Geschmack" gekommen ist, kann sich ein Boot oder SUP in Harburg mieten:
Strandbar BUBS: https://bootservice-donau-ries.de/
Gasthaus Lamm an der Wörnitz:
https://lamm-harburg.de/de/freizeitangebot/

Bitte verhaltet euch der Natur angemessen! Nehmt euren (und evtl. auch fremden) Abfall wieder mit und entsorgt diesen in den dafür vorgesehenen Mülleimern). Macht keinen Lärm und achtet auf die Angler und deren ausgeworfene Angelschnüre. Die Fauna und Flora dankt es euch und so haben wir alle noch lange Spaß an unserem Outdoor-Sport!

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